entstehung des internet

Das Fundament des Internet wird gelegt

Mit dem zweiten russischen Satelliten, der nur einen Monat nach dem ersten ins All befördert wurde, erhöhte sich der Druck auf die Regierung. Eisenhower hatte glücklicherweise ein besonderes Verhältnis zu Wissenschaftlern, das ihm in dieser Situation zugute kam. Gemeinsam wurde die amerikanische Forschung analysiert und optimiert. Der Wissenschaft  sollte von nun an, mehr Aufmerksamkeit  entgegen gebracht werden. Daraus resultierte eine eigene Behörde für Forschung und Entwicklung, die alle wissenschaftlichen Forschungsprojekte zentral organisierte.

Die ARPA nimmt die Arbeit auf

Inhaltlich sollte sich diese Behörde um Forschungs- und Entwicklungsprogramme rund um die Satellitentechnik und Raumfahrt kümmern. Sie wurde "Advanced Research Projects Agenda" (kurz: ARPA) getauft. Alle Hoffnungen lagen in ihr und so hatte das amerikanische Volk logischerweise große Erwartungen an die Arbeit. Und dies zurecht, denn die ARPA erhielt ein beachtliches Budget und deren Mitarbeitenden wurden von den besten Universitäten und Unternehmen der Industrie rekrutiert. Doch kurz nach der Aufnahme der Arbeit wurde die NASA gegründet und zunächst zum Verhängnis für die ARPA.Von heute auf morgen waren die kompletten Weltraum-Projekte der NASA zugeordnet und folglich der ARPA entzogen. Um die Einrichtung vor dem totalen Untergang zu retten, mussten schnellstmöglich  neue Aufgaben definiert werden. Man widmete sich schließlich der absoluten Grundlagenforschung der Wissenschaft. Der große Vorteil der ARPA war der exzellente Kontakt zu den besten Universitäten, an denen der Großteil der wissenschaftlichen Arbeit ablief. Erste Projekte der "neuen" ARPA waren die Raketenabwehr, die Entwicklung von Methoden mit der man Atomversuche nachweisen konnte, aber auch im Bereich der Verhaltensforschung.

Der Computer kommt ins Spiel

Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das im Bereich der Air Force lag und von der ARPA bearbeitet wurde, kam die Behörde zufällig an einen Computer. Dieser war wie in dieser Zeit üblich, ziemlich sperrig. Wenn überhaupt, passte er gerade in einen Raum. Zudem musste er  oft gewartet werden. Die Speicherkapazität umfasste für diese Größe gerade einmal 64 000 Bytes, was heute jeder halbwegs normale Taschenrechner hat. 1960 veröffentlichte Licklider einen Artikel über das zukünftige Miteinander von Mensch und Computer. Auch wenn der Umgang mit dem Computer zu dieser Zeit alles andere als einfach war, war Licklider fest davon überzeugt, dass sich dies in Zukunft ändern würde und der Mensch von der Arbeit mit dem Computer profitieren würde. Mit dieser Vision und  Leidenschaft wurde auch  die ARPA auf ihn aufmerksam und bot ihm die Arbeit mit dem eigenen Computer an. Licklider widmete sich der Arbeit und rührte im Pentagon zuerst die Werbetrommel für das Time-sharing -System, mit diesem erstmals die Vorteile eines Computers deutlich wurden. Licklider konnte die zentralen Forschungsaufgaben mit dem Computer neu strukturieren und baute ein Kontakt-Netzwerk mit Computerwissenschaftlern der besten Universitäten auf. Dennoch wurde er von Bob Taylor im Jahre 1965 beerbt.

Das ARPA-Net entsteht

Die Universitäten mit denen kooperiert wurde, verlangten im Laufe der Zeit mehr Computergeräte. Diese Anschaffungen waren jedoch sehr teuer und Taylor befürchtete, dass es dadurch zu noch mehr doppelter Arbeit kommen würde. Die Universitäten hatten nämlich nur beschränkte Möglichkeiten sich über die jeweiligen Forschungsthemen und -entwicklungen abzustimmen und zu informieren. So hatte Taylor die Idee, die bereits von Licklider angedacht wurde, die Computer miteinander zu vernetzen, um untereinander flächendeckend zu kommunizieren. Viele Computer bzw. Programme auf diesen Computern sollten von vielen Personen, egal wo sie sich befinden, genutzt werden können. Was heute selbstverständlich ist, war damals ein bahnbrechender Gedanke. Das Arbeiten mit Computern sollte damit auf eine neue Dimension gehoben werden. Es musste ausgeschrieben, geplant und konzipiert werden. Unzählige Fragen waren zu klären. Welcher Computerfirma traut man die Entwicklung  des speziellen Computers zu? Wie sollte die Übertragung der Daten erfolgen? Wie geht man mit Störungen innerhalb der Leitungen um? Wie sollte das Hosting ablaufen?Das waren nur wenige Fragen, die sich vorab stellten. Hinzu kamen Fehler, die beim Testen festgestellt wurden und schließlich  behoben werden mussten.

Erfolgreiches Ende in Sicht

Ende 1969 war es dann endlich so weit. Das erste wirkliche ARPA-net lief, auch wenn es nur zwischen 2 Universitäten  getestet wurde. Die Software sowie die Hardware funktionierten wie geplant, das Konzept ging auf. Die Anbindung der dritten und vierten Universität erfolgte nur wenige Zeit später. Dennoch war man nicht am Ende angelangt. Eigentlich begann erst jetzt die eigentliche Arbeit. Man müsste das Netz und die Verbindungen stabil halten, warten und natürlich optimieren. 

Mehr Fakten: